Porsche Museum: Mission Future-Heritage

Spektakuläres Bauwerk: Anfang 2009 empfing das Porsche Museum in Stuttgart seine ersten Besucher. Bild: Porsche AG





Am 31. Januar 2009 empfing das spektakuläre Bauwerk am Porscheplatz 1 in Stuttgart-Zuffenhausen seine ersten Besucher. Seitdem entwickelt sich das Porsche Museum zum Mittelpunkt der Marke, an dem Vergangenheit und Zukunft der Idee Porsche zusammentreffen.Bereits 1974 präsentierte Porsche eine Ausstellung von rund 20 Exponaten am Stammsitz in Zuffenhausen. Durch den avantgardistischen Museums-Neubau konnte der Sportwagenhersteller seine Dauerausstellung auf mehr als 80 Exponate erweitern.

Seit der Eröffnung vor zehn Jahren konnten die Museumsmacher rund 4,5 Millionen Besucher aus aller Welt begrüßen. Tatsächlich sind deutlich mehr Menschen mit der Porsche-Historie in Berührung gekommen, denn die Stuttgarter setzen die Unternehmenssammlung, die gut 600 Fahrzeuge umfasst, auch weltweit zu den unterschiedlichsten Anlässen ein.

So waren die fahrenden Botschafter der Marke unter anderem auf Messen, Rallyes und Motorsportveranstaltungen in China, USA, Tasmanien, Japan und Südafrika unterwegs.
Das Porsche Museum lebt dabei die „historische Kommunikation“ nicht nur zurückgewandt, sondern transportiert die Werte der Marke lebendig in die Gegenwart und Zukunft. Das klare Bekenntnis zur Elektromobilität, das die Produktpalette von Porsche bis 2025 massiv wandeln wird, geht einher mit einem ebenso klaren Bekenntnis zu den Wurzeln des Sportwagenherstellers. Auf den ersten Blick scheinen Digitalisierung und E-Mobilität im Widerspruch zur Firmenhistorie zu stehen. Aber in Zukunft wird es verstärkt die Aufgabe sein, über moderne Kanäle die Herkunft und damit die Erfahrung von Porsche im Automobilbau aufzuzeigen.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit

Und so ähnlich sieht es auch Daimler in Stuttgart und hat sich etwas einfallen lassen. Nanu, was macht denn ein Porsche 550 Spyder in der Rennkurve des Mercedes-Benz Museums? Die Fotomontage des ersten Rennsportwagens aus Zuffenhausen inmitten von Mercedes-Silberpfeilen ist ein Geburtstagsgruß an das Porsche Museum: „Gute Freunde sind immer willkommen.“
Das Mercedes-Benz Museum verbindet seine Glückwünsche zum zehnten Geburtstag des Porsche Museums mit einer Einladung: Porsche-Mitarbeiter besuchten zehn Tage lang das Mercedes-Benz Museum kostenfrei. Beide Museen arbeiten seit 2016 mit vergünstigten Eintritten zusammen. „Wir gratulieren dem Porsche Museum herzlich zum Geburtstag und wünschen dem befreundeten Haus eine weiterhin so gute Entwicklung wie bisher“, sagt Christian Boucke, Leiter Mercedes-Benz Classic. „Stuttgart hat mit dem Porsche Museum und dem Mercedes-Benz Museum gleich zwei international bekannte Automobilmuseen. Viele Besucher aus aller Welt kommen genau deshalb in unsere Stadt und besuchen beide“, sagt Boucke. Die beiden Stuttgarter Automobilmuseen pflegen eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Ein Beispiel dafür ist die Kooperation bei den Eintrittspreisen seit 2016: Unter Vorlage der jeweiligen Eintrittskarte des anderen Museums erhalten Besucher eine Ermäßigung von 25 Prozent auf den regulären Eintrittspreis.

Die Verbindung der beiden Automobilmarken reicht jedoch viel weiter zurück. So war Unternehmensgründer Ferdinand Porsche ab 1906 Technischer Direktor und ab 1917 Generaldirektor der österreichischen Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG). Im Jahr 1923 wird er Technischer Direktor und Vorstandsmitglied der DMG in Untertürkheim. Nach der Fusion mit Benz & Cie. zur Daimler-Benz AG ist Porsche ab 1926 Mitglied in deren Vorstand und hat gleichberechtigt mit dem von Benz & Cie. kommenden Hans Nibel die Gesamtverantwortung für die Fahrzeugentwicklung. Das verbindet Porsche und Daimler bis heute.

Bert Brandenburg

Foto: Porsche AG, Daimler AG